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Zukunft Bauen«Wir gestalten neue Standards aktiv mit»

«Wir gestalten neue Standards aktiv mit»

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Für André Wyss, CEO von Implenia, hilft die Digitalisierung, bei der Qualität, der Termintreue und der Kostensicherheit noch besser zu werden. Ausserdem eröffneten sich im kompetitiven Marktumfeld Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle, um weiterhin zu den Vorreitern zu gehören.

André Wyss ist seit Oktober 2018 CEO von Implenia, dem führenden Bau- und Baudienstleistungsunternehmen der Schweiz mit Hauptsitz in Dietlikon und europaweit mehr als 10 000 Mitarbeitenden. (Bild: Michele Limina)

Dieser Artikel ist im Rahmen der NZZaS-Verlagsbeilage «Zukunft Bauen» erschienen. Inhalt realisiert durch NZZ Content Solutions in Kooperation mit Brand RelationsHier geht es zu den NZZ-Richtlinien für Branded Content.

Wie würden Sie Ihr persönliches Verhältnis zur Digitalisierung und zur digitalen Transformation beschreiben?

André Wyss: Bei Digital Natives spricht man in der Definition von den nach 1980 Geborenen. Da gehöre ich nicht mehr ganz dazu. Ich bin also eher ein Digital Immigrant. Ich bin aber überzeugt, dass dies nicht viel zur Sache tut. Veränderungen – auch fundamentale – hat es immer gegeben und wird es immer wieder geben. Die Frage ist also nicht, ob ich damit aufgewachsen bin, sondern wie ich zusammen mit meinem Team mit Neuem und mit Veränderungen umgehe. Ich bin von Natur aus sehr neugierig und interessiere mich für viele Themen. Die Digitalisierung verändert uns und unser Umfeld, nicht nur in der Bauindustrie, sondern in allen Wirtschaftszweigen und Lebensbereichen. Das finde ich extrem spannend und sehe hier für uns als Unternehmen klare Chancen.

Welche Bedeutung hat bei Implenia die Digitalisierung?

Die Digitalisierung ist für uns wichtig. In der Bauindustrie wird vieles nach wie vor wortwörtlich von Hand gemacht. Gleichzeitig nimmt die Komplexität in den Projekten stetig zu, vor allem bei Grossprojekten. Zudem bewegen wir uns in einem sehr kompetitiven Marktumfeld. Verbesserte Prozesse, die unseren Kunden Qualität, Termintreue und Kostensicherheit garantieren, sind für uns zentral. Die Digitalisierung hilft uns dabei, noch besser zu werden. Bereiche wie Building Information Modelling, kurz BIM, das Internet der Dinge beziehungsweise Internet of Things oder Künstliche Intelligenz, kurz KI, sind Beispiele für Treiber der Digitalisierung in der Bauindustrie. Gleichzeitig ergeben sich aus der Digitalisierung Chancen für erweiterte und neue Geschäftsmodelle.

Ist die Digitalisierung bei Implenia Chef- oder Teamsache?

Ganz klar Teamsache – und mit einem klaren Platz auf der Agenda der Gruppenleitung, deren Aufgabe es ist, ein Arbeitsumfeld zu kreieren, das Innovation und Transformation fördert. Und natürlich müssen dafür personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Digitalisieren kann man nicht in einem abgeschotteten Raum. Unsere Teams bestehen aus erfahrenen Digitalisierungsexperten und Vertretern aus der operativen Linie. So stellen wir sicher, dass neue Prozesse und Instrumente einen klaren Nutzen bringen und schnell Einzug in den Alltag halten.

Wie gestalten Sie selber den Rahmen, um intern den digitalen Wandel voranzutreiben?

Als CEO fördere und fordere ich den digitalen Wandel bei Implenia. Im Team der Geschäftsleitung stelle ich etwa substanzielle Mittel für die Transformation sowie die Digitalisierung unserer Gruppe zur Verfügung und sorge dafür, dass das Thema die nötige Aufmerksamkeit bekommt. Deshalb haben wir uns organisatorisch eine neue Struktur gegeben, die kollaboratives, bereichs- und länderübergreifendes Arbeiten unterstützt. In dieser Struktur berichten die verantwortlichen Funktionen, die den digitalen Wandel in der Gruppe integriert vorantreiben und koordinieren, direkt an mich. Meine Aufgabe liegt vor allem darin, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, die uns eine rasche, fundamentale Digitalisierung ermöglichen.

«Meine Aufgabe liegt darin, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, die uns eine rasche, fundamentale Digitalisierung ermöglichen.»

Was macht Implenia besser als die Konkurrenz?

In der Schweiz gehören wir beim Thema BIM zu den Vorreitern. Auch in Deutschland sind wir vorne mit dabei. Wir sind Gründungsmitglied der Interessensplattform Bauen digital Schweiz und gestalten neue Standards aktiv mit. Zudem pflegen wir enge Verbindungen mit akademischen Institutionen und unterstützen unter anderem einen Lehrstuhl an der ETH Zürich. Dies hilft uns, am Puls der Zeit zu sein. Mit zielgerichteten strategischen Initiativen harmonisieren wir unsere Prozesse sowie die Systemlandschaft. Dies erlaubt uns, unsere Entscheidungen stärker auf eine breite Datengrundlage abzustützen. Und trotzdem stelle ich fest, dass unsere Industrie in anderen Ländern beim Thema BIM und der Digitalisierung zum Teil einen Schritt weiter ist. Ich denke vor allem an die USA oder an Grossbritannien. Hier können wir sicher noch das eine oder andere vom Markt lernen.

Was alles macht die Digitalisierung in der Bauwirtschaft aus und was befeuert sie darüber hinaus?

Grosse Bauprojekte sind von Natur aus komplex. Sie sind ein Zusammenspiel von verschiedenen Gewerken, geprägt durch viele Partner und durch eine hohe Anzahl an Schnittstellen. Entsprechend hoch ist der Koordinationsaufwand. Parallel dazu steigen die Anforderungen der Bauherren. Dies zeigt sich etwa bei kürzer werdenden Phasen der Planung oder der Ausführung. Effiziente, digitale Prozesse auf einer gemeinsamen Datengrundlage verbessern in diesem Umfeld die Produktivität klar und ermöglichen eine bessere Beherrschung der Komplexität.

Mit welchen Trends ist in nächster Zeit zu rechnen?

Wir sehen klare Trends in der fortschreitenden Automatisierung, nicht nur auf der Baustelle, sondern auch im Backoffice-Bereich. Zudem wird der Einsatz von Vorfabrikaten und die Modularisierung weiter zunehmen, ebenso werden die Nutzung von Geodaten oder die digital unterstützte Steuerung beim Material-, Personal- und Maschineneinsatz Einzug halten.

Wo sehen Sie Chancen, wo Risiken und wo Grenzen der Digitalisierung?

Wie erwähnt bietet die Digitalisierung Chancen für eine gesteigerte Produktivität und eine bessere Beherrschung der Komplexität. Oft überschätzen wir aber, welche Verbesserungen die Digitalisierung kurzfristig bringen kann. Gleichzeitig unterschätzen wir das mittel- und langfristige Potenzial. Dabei gilt es, auch Herausforderungen wie den Datenschutz, technologische Schnittstellen und unterschiedliche Standards nicht ausser Acht zu lassen.

Mit Blick auf eine nachhaltige Zukunft: Was ist Ihre Verantwortung?

Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft wahr. Seit der Initiierung unserer Nachhaltigkeitsstrategie vor rund zehn Jahren haben wir viel erreicht, etwa bei der Reduktion des CO2-Ausstosses oder der sogenannten grauen Energie. Die Digitalisierung hilft uns, Material und Maschinen effizienter einzusetzen, etwa durch eine bessere Planung, Just-in-time-Anlieferungen und Lean-Construction-Ansätzen. Zudem helfen digitale Lösungen nicht nur bei der Entstehung eines Bauwerks, sondern optimieren auch den Betrieb.

André Wyss, Konzernchef von Implenia. (Bild: Michele Limina)

André Wyss, Konzernchef von Implenia. (Bild: Michele Limina)

Seine Visionen 2050: André Wyss

«Der ökologische Fussabdruck wird markant tiefer.»

Kreislauf: Eine durchgängig digitalisierte Wertschöpfungskette sorgt beim Bauen für einen optimalen und energieeffizienten Ablauf bei der Realisation von Gebäuden und der Infrastruktur, die über ihren gesamten Lebenszyklus einen markant tieferen ökologischen Fussabdruck aufweisen. Innovative Wohnstrukturen erlauben rasche Anpassungen an individuelle Lebensentwürfe und -situationen. Digitale Lösungen unterstützen die Menschen bei der Organisation ihres Alltags. Der urbane Raum und die Mobilität ermöglichen den Menschen einen nachhaltigen Lebensstil und entlasten gleichzeitig das Umland, das sein Potenzial als Naherholungsgebiet voll entfaltet.