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Zukunft BauenWillkommen im Universum der Ideen

Willkommen im Universum der Ideen

Shaker:

Bei fsp Architekten ist alles ein bisschen anders als in anderen Architekturbüros. Zu Besuch in der kreativen Denkstätte, wo der digitale Wandel in der Bau- und Immobilienbranche mit viel Entdeckergeist und kindlicher Neugierde in die Praxis umgesetzt wird.

Ivo Lenherr ist Inhaber von fsp Architekten: Der unkonventionelle Ansatz hat dem Unternehmen in der Bau- und Immobilienbranche den Ruf eines «Shakers» eingebracht. (Bild: Michele Limina)

Dieser Artikel ist im Rahmen der NZZaS-Verlagsbeilage «Zukunft Bauen» erschienen. Inhalt realisiert durch NZZ Content Solutions in Kooperation mit Brand RelationsHier geht es zu den NZZ-Richtlinien für Branded Content.

Ein lang gestrecktes Durchgangsdorf, hart an der Kante zwischen Aargau und Zürich: Spreitenbach. Der Mann mit dem rosafarbenen Einstecktuch am Jackett ringt kurz nach Luft, als er im zweiten Stock des ehemaligen Headquarters eines amerikanischen Pharmariesen ankommt. Das Limmattal sei ein hochdynamisches Gebiet, sagt Ivo Lenherr. «Und in Spreitenbach wird in den nächsten Jahren die Post abgehen.» Zusammen mit Christoph Kaech, Markus Schärer und Jürg Stöckli ist er Inhaber von fsp Architekten (Fugazza Steinmann Partner), einem Aargauer Traditionsbetrieb, der während 35 Jahren in einer Villa in Wettingen domizilierte und seit 2014 – eben – in Spreitenbach zu Hause ist.

Umzug gleich Weichenstellung

Ist ein solcher Umzug bei anderen Unter-nehmen höchstens eine kurze Randnotiz in der Firmenvita wert, so steht die Dislokation bei fsp für ein fundamentales Bekenntnis zur Digitalisierung, zu neuen Arbeitsweisen und revolutionären Denk-mustern. «Radikal» ist denn auch eines der Worte, die Lenherr beim Gang durch die über 1500 Quadratmeter verteilten Räumlichkeiten, die einer Erlebniswelt weit näherkommen denn einem klassischen Planungsbüro, regelmässig verwendet wird. «Veränderungen fruchten meiner Überzeugung nach nur, wenn sie radikal sind», sagt der 51-Jährige beispielsweise und verweist auf die Führungs- beziehungsweise Nichtführungskultur seines Betriebs mit 70 Angestellten. Das Stichwort hier: Holocracy. Jenes Prinzip also, bei dem sich herkömmliche Hierarchien auflösen und durch eine agile Organisationsstruktur abgelöst werden, in der wiederum sämtliche Mitarbeitenden über Rollen und Regeln mit eingebunden sind. «Das kann per se sicherlich nicht in jeder Branche klappen», gibt Lenherr zu bedenken, «wir als Architekturbüro machen aber sehr gute Erfahrungen mit den Zellstrukturen abseits traditioneller Organigramme.»

Sowieso, mit fest zementierten Traditionen hat man bei fsp wenig am Hut. Ausser der Tatsache, dass sich die funktionale Ästhetik seit jeher durch die Firmen-DNA zieht und heute noch im Mittelpunkt steht (Claim: «Wir bauen nicht für uns») – und emotional eingerichtete Räume sich mit durchaus klassischen Arbeitsbereichen abwechseln. Hier ist alles ein bisschen anders als in anderen Architekturbüros. Fast scheint es, als schritte man durch einen Komplex, der sich mehr und mehr in einem Konglomerat bestehend aus Autowerkstätte, Chemielabor, Kunstgalerie und bond’scher Loft aufzulösen scheint. Ein Kosmos voller Überraschungen, die ganz bewusst inszeniert worden sind und vor allem eines wollen/sollen: Den Weg weg von ausgetrampelten Pfaden weisen und damit frische, fre-che und erfolgreiche Ideen ermöglichen.

Neubau: Jabee Tower, Dübendorf – der höchste Wohnturm der Schweiz; Architektur: sattlerpartner architekten + planer AG, Solothurn – a part of MIC.MIND.SET; Erstvermietung/Promotion: Varioserv AG, Dübendorf; Foto: Goran Potkonjak, Uster. (Bild: PD)
Neubau: Jabee Tower, Dübendorf – der höchste Wohnturm der Schweiz; Architektur: sattlerpartner architekten + planer AG, Solothurn – a part of MIC.MIND.SET; Erstvermietung/Promotion: Varioserv AG, Dübendorf; Foto: Goran Potkonjak, Uster. (Bild: PD)

Wir schreiten die Treppe zu einem luftigen Raum hinunter, in dem Kinderstühle und kleine Tische stehen, auf denen Legosteine darauf warten, zusammengesetzt zu werden. Daneben jede Menge Game Controller, VR-Brillen und Drohnen, aufgereiht in Warteposition. Sorry, aber ist das jetzt nicht ein bisschen infantil für ein Architekturbüro, geht die Frage. Ivo Lenherr zieht die Augenbrauen hoch. Es ist nicht das erste Mal, dass er sich mit diesem Statement konfrontiert sieht. Schmunzelnd fragt er zurück: «Seien Sie ehrlich, sind wir tief in uns drin nicht alle zwischendurch mal gerne wieder Kind und wollen lediglich von unserem Unterbewusstsein geführt werden?»

Bei Partnern und Auftraggebern jedenfalls scheint die spielerische Herangehensweise an die jeweiligen Projekte bestens anzukommen. Auf der Kundenliste von fsp und der seit zwei Jahren zur Gruppe gehörenden sattlerpartner (spa) stehen nebst namhaften privaten Bauherrschaften, zahlreichen Spitälern und der öffentlichen Hand – unter anderem zeichnet spa aktuell verantwortlich für den Jabee Tower in Dübendorf, den höchsten Wohnturm der Schweiz – auch Technologiekonzerne wie Google. Das Spielen mit den Legosteinen übrigens, es diene dazu, den Beteiligten den Prozess mittels «lean construction» unverkrampft näherzubringen, erklärt der Architekt. «Das mag für den einen oder an-deren vielleicht kindisch klingen. Im Endeffekt ist es ein sehr wichtiges Glied in der ganzen BIM-Kette.»

Neu denken, radikal umsetzen

Ein gutes Dutzend aufwendig inszenierter Räume setzt der digitale Generalplaner ein, um im Team und gemeinsam mit Auftraggebern von der ersten Idee über die Planung bis hin zur Realisation zu gelangen. Dazu gehört ein im Stil der 1950er-Jahre gehaltenes Whiskey-Zimmer genauso wie ein mit rosarotem Flor bestückter Sitzungsraum oder ein Virtual-Reality-Raum, in dem Bauherren mit dem Game Controller um und durch ihre inskünftigen Gebäude «fliegen» können. Der unkonventionelle Ansatz hat dem Unternehmen in der Bau- und Immobilienbranche explizit den Ruf eines «Sha-kers» eingebracht. Von jemandem also, der Beständigkeit und Behäbigkeit mit neuen Ideen aufbricht und letztendlich etwas verändert. Virtuell wie real – in der Arbeit, im Alltag, im Leben.

Er erläutere dies dahingehend gerne anhand der französischen Band Daft Punk, führt Lenherr aus. Diese sei in ihren Anfängen, als sie noch unter anderem Namen und als Punk-Formation aufgetreten ist, von britischen Kritikern als «a daft punky trash» abgetan worden, was in etwa so viel bedeutet wie dämlicher Punk. «Statt zu resignieren, nahmen die Musiker das vernichtende Attribut auf, verwendeten es kurzerhand als Bandname und entwickelten sich zu Trendsettern der elektronischen House- und Technomusik.» Was Lenherr damit sagen will? «Radikalität, Leidenschaft, Humor und Technologie, sie bringen uns letztendlich weiter und stehen schlussendlich für Erfolg. Das gilt für die Musik, genauso gilt es für die Architektur und den gesamten digitalen Umbruch.»

«Veränderungen fruchten meiner Überzeugung nach nur, wenn sie radikal sind.»

Wenngleich die Mitarbeitenden von fsp vehemente Verfechter der Digitalisierung in der Architektur, in der Bau- und Immobilienbranche sind, ohne Post-it-Zettel, Pläne und Modelle geht es auch hier nicht. Ein Widerspruch? «Nein, überhaupt nicht. Genau das ist sogar ein Qualitätsmerkmal digitaler Shakers.» Der Mensch, dessen Träume, Fähigkeiten und Wohlbefinden, müsste indes stets im Mittelpunkt stehen – in der Architektur wie im gesamten digitalen Prozess.

Die Wand in seinem Rücken setzt grünes Moos an. Im Nebenraum riecht es nach Vanille. Einmal die Woche kommen eine Köchin und eine Yoga-Lehrerin vor-bei. Dicke Ledersessel im Sitzungszimmer laden ein zum Zurücklehnen. In den Fluren erheitert Videokunst die Gemüter. «Wer zu uns kommt, wer mit uns arbeitet, den nehmen wir mit auf eine Expedition», sagt der Mann mit dem fröhlich rosafarbenen Einstecktuch im Jackett. Ständige Begleiter auf dieser Reise durch das Universum fsp? Technologie, Fantasie, Präzision und eine ganze Reihe Überraschungen.

MIC.MIND.SET

Der digitale Wandel ist komplex, äusserst dynamisch und mit vielen Annahmen respektive Unsicherheiten verbunden. Um ihn zu bewältigen, braucht es einen richtunggebenden Nordstern. Und der heisst bei der fsp Architekten AG (Fugazza Steinmann Partner), zu der seit 2017 auch die sattlerpartner AG (spa) gehört, MIC.MIND.SET. Die «Firmenbibel» hat den Charakter eines – mit einem Augenzwinkern manifestierten – Glaubensbekenntnisses hinsichtlich der digitalen Kette im Bau- und Immobilienwesen und steht für eine nachhaltige Entwicklung in der Landschaft der Architektur und des Bauens, heute genauso wie morgen. MIC.MIND.SET vereint aber auch im Sinne eines Netzwerks Denkerinnen und Visionäre, die das kollaborative Wirtschaften (Sharing, Prosuming, Cooperation usw.) als erfolgreiches ökologisches und ökonomisches Zukunftsmodell erachten.

GESAMTDOSSIER ZUKUNFT BAUEN