Brandrelations

Zukunft BauenMit dem Tablet auf der Baustelle

Mit dem Tablet auf der Baustelle

Projects:

Implenia setzt erstmals auch bei der Sanierung eines Gebäudes ein Online- Projektsteuerungstool ein – Stippvisite an der Überlandstrasse in Zürich- Schwamendingen, wo gerade ein Doppelmehrfamilienhaus erneuert wird.

Roland Bamert (Mitte), Projektleiter bei Implenia Modernisation, mit Tablet auf der Baustelle in Zürich-Schwamendingen. (Bild: PD)

Dieser Artikel ist im Rahmen der NZZaS-Verlagsbeilage «Zukunft Bauen» erschienen. Inhalt realisiert durch NZZ Content Solutions in Kooperation mit Brand RelationsHier geht es zu den NZZ-Richtlinien für Branded Content.


Im Norden der Stadt Zürich schlägt das Bauunternehmen Implenia ein weiteres Kapitel in ihrer Digitalisierungsgeschichte auf. Erstmals setzt die Gruppe auch bei einer umfassenden Sanierung auf digitale Instrumente in der Ausführung. Ein Online-Projektsteuerungstool zeigt dabei laufend die Baufortschritte bei zwei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 180 Wohnungen an. Das Resultat sind weniger Leerläufe, höhere Qualität und ein eng abgestimmter Zeitplan.

Aus der Ferne betrachtet sieht die Baustelle an der Überlandstrasse in Zürich-Schwamendingen aus wie jede andere auch: Ein 63 Meter langes Doppelmehrfamilienhaus ist teilweise eingerüstet, unzählige Bauarbeiter mit aufgesetzten Helmen sind an der Arbeit und verrichten ihr Tagwerk. Es wird gehämmert und gebohrt – so wie es auf einer Baustelle zu- und hergeht. Aber etwas ist doch anders: Mittendrin steht Roland Bamert, Projektleiter bei Implenia Modernisation, in der Hand ein Tablet. Damit kann er den Baufortschritt online jederzeit abrufen und überprüfen. Ausserdem sieht er auf einen Blick, wie viele Arbeiter an welchem Ort mit welcher Aufgabe beschäftigt sind. Früher musste er diese Informationen mit unzähligen Telefonaten in Erfahrung bringen.

«Ein Autoreportsystem zeigt dem Projektleiter in roter oder grüner Farbe an, welche Aufträge erfüllt sind und welche nicht.»

Das Gesamtprojekt umfasst zwei neungeschossige Gebäude aus den 1960er-Jahren mit je 90 Wohnungen unterschiedlicher Grösse, die den heutigen Anforderungen nicht mehr genügten und umfassend saniert werden mussten. «End of life» heisst das im Fachjargon. Von einem Ersatzneubau sah die Eigentümerin, die Siska Heuberger Holding aus Winterthur, aber ab. Wie Bamert sagt, bleiben die Nutzung und die Grundrisse der Wohnungen gleich. Zu erneuern waren Küchen, Bäder, Zimmer, Aufzüge und haustechnische Anlagen. Die Bauherrschaft hatte sich stets zum Ziel gesetzt, weiterhin erschwinglichen Wohnraum auf dem Platz Zürich anzubieten. Ein Teil der Mieter konnte wieder in die angestammten Wohnungen zurückziehen.

Komplett digitalisierte Bauprozesse

Ein Autoreportsystem zeigt dem Projektleiter in roter oder grüner Farbe an, welche Aufträge erfüllt sind und welche nicht. Alle Bauprozesse sind dabei digitalisiert, die Subunternehmer müssen jeweils die Aufträge auf dem Computer, Tablet oder Mobiltelefon quittieren und die erbrachte Arbeitsleistung eintragen. Wenn etwas nicht erledigt werden konnte, war der Grund dafür mit einem schriftlichen Beschrieb anzugeben oder mit einer Fotografie zu dokumentieren. Jeweils täglich bis um 17.30 Uhr mussten die Subunternehmer ihre Einträge gemacht haben. Tags darauf schaute sich das Projektteam um Bamert vor Arbeitsbeginn die aktuelle Lage an. Zu Beginn erforderte dieses Vorgehen von allen Beteiligten einen zusätzlichen Effort und führte zu einem intensiven Austausch. Dank der funktionierenden Kollaboration stieg die Lernkurve schnell an, und al-le profitierten vom effizienteren Ablauf.

Bei der Sanierung gehen digitale Prozesse Hand in Hand mit Lean-Construction-Ansätzen. Bereits in der Projektanalyse hatte Implenia das Bauvorhaben in einzelne Arbeitspakete, sogenannte Lose, aufgeteilt. Beim Projekt Überlandstrasse umfasste ein Los je drei Wohnungen. Pro Tag wurde jeweils ein Los gestartet. Dank dem Autoreportsystem wurde der jeweilige Leistungsstand dokumentiert, und Probleme konnten frühzeitig behoben werden.

Kulturwandel dank Transformation

Roland Bamert spricht im Zusammen-hang mit Lean Construction von einem Kulturwandel. Basis dafür ist eine positive Grundeinstellung aller Partner und der Wille, kollaborativ und transparent zusammenzuarbeiten. Zudem sind eine präzise und vollständige Planung sowie Arbeitsvorbereitung zwingend. Beim Projekt Überlandstrasse wurden sämtliche Entscheide vor dem Baustart getroffen. Damit war der Fahrplan ab Beginn der Arbeiten klar. Durch die genaue Definition der Aufgabenpakete sind Produktions- und Lieferzeiten festgelegt. Kleinere Verzögerungen oder Leerläufe werden von den Verantwortlichen auf der Baustelle innert Tagesfrist erkannt und gemeinsam mit den Subunternehmern gelöst.

«Pro Gebäude gab es rund 3500 Anweisungen», sagt Bamert. Durch diese exakte Planung sei alles reibungsloser sowie schneller abgelaufen und habe es weniger Schäden gegeben, was sich auf die Gesamtkosten auswirke. Mit dem Online-Projektsteuerungstool wird auch ganz genau vorgegeben, was wann geliefert und verbaut wird, so dass rund um die Baustelle nur wenig Material gelagert wird und dieses «just in time» nach Zürich-Schwamendingen kommt.

Mit dem Tablet lässt sich der Baufortschritt online jederzeit abrufen und überprüfen. (Bild: Michele Limina)
Mit dem Tablet lässt sich der Baufortschritt online jederzeit abrufen und überprüfen. (Bild: Michele Limina)

Bamert ist zufrieden mit dem Verlauf. «Lean Construction hat sich im Praxistest bewährt», führt er aus. Alles in allem kam keine Hektik auf, weil alle Beteiligten wussten, was zu tun war. Jeder Tag war durchgetaktet. Zur Sicherheit gab es die Planung auch noch auf Papier, die per E-Mail verschickt wurde und die im sogenannten Taktleitstand an den Wänden hängt. «Ohne die Online-Plattform wäre es nicht möglich gewesen, die Häuser in je viereinhalb Monaten total zu sanieren», erklärt er weiter. Wichtig sei, dass das neue Hilfsmittel sinnvoll eingesetzt werde, damit es optimal funktioniere und die Subunternehmer nicht überfordere. Mit der digitalen Prozesssteuerung sei bei den Subunternehmern zudem die Verbindlichkeit für die Leistungserbringung gestiegen. «Das Online-Projektsteuerungstool unterstützt uns bei der Kommunikation, die nun auf Augenhöhe stattfindet», sagt Bamert. Davon hätten auch die Stimmung und der Teamgeist auf der Baustelle profitiert.

Projektleitstand mit BIM-Technologie

Das Projektteam von Implenia kann über das Tablet weitere Informationen über den Baufortschritt hinaus abrufen. So zeigt das System etwa an, wie viele Arbeiter an jedem Tag auf der Baustelle waren und ob weitere Vereinbarungen hinsichtlich Sicherheit und Baustellenordnung getroffen und eingehalten wurden. Roland Bamert kann sich vorstellen, bei zukünftigen Projekten einen digitalen Projektleitstand zudem mit Building Information Modelling (BIM) zu kombinieren. So kann der Ist-Soll-Vergleich des Bauzustands in Echtzeit in einem 3D-Modell anhand der aktuell quittierten Arbeitsanweisungen dargestellt werden. Das Ziel ist es gemäss Bamert stets, bessere Leistungen zu erbringen, um dem Kunden ein Projekt im Rahmen der vereinbarten Zeit, Kosten und Qualität abzuliefern.

Implenia

Implenia ist das führende Bau- und Baudienstleistungsunternehmen der Schweiz mit einer starken Stellung im Infrastrukturmarkt in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweden und Norwegen sowie bedeutenden Aktivitäten im deutschsprachigen Hoch- und Ingenieurbau. Das breite Angebotsspektrum von Implenia sowie die tiefe Erfahrung ihrer Spezialisten erlauben es der Gruppe, ein Bauwerk über seinen gesamten Lebenszyklus zu begleiten – wirtschaftlich, integriert und kundennah. Dabei steht eine nachhaltige Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg sowie sozialer und ökologischer Verantwortung im Fokus. Implenia mit Hauptsitz in Dietlikon bei Zürich beschäftigt europaweit mehr als 10 000 Personen und erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von rund 4,4 Milliarden Franken.